Obergäriges- und Untergäriges Bier


 

Ach wenn das System des Bier-Brauen im Allgemeinen für jeden leicht selber nachzuahmen ist, gibt es jedoch für die großen Brauereien Unterschiede. Die Einteilung der Biere nach Steuerklassen, von schwachem bis zum Starkbier, und auch die Verwendung der Hefe entscheidet über die Art des Bieres. Ob ein Bier obergärig oder untergärig ist, soll hier kurz aufgezeigt werden.

  

Die Hefe entscheidet, welche der beiden Arten das Bier werden soll. Obergärige Hefe bildet stärkere Verbindungen, die oben als Sud auf dem Bier schwimmen und später abgeschöpft werden. Untergärige Hefe dagegen setzt sich unten am Boden ab. Wie die Hefe reagiert hängt stark von der Temperatur ab. Obergäriges Bier braucht ungefähr Zimmertemperatur, also um die 20 Grad. Dagegen braucht untergäriges Bier sehr kühle Temperaturen von vier bis neun Grad.

 

Für das untergärige Bier ergibt sich somit eine Schwierigkeit. In vergangenen Zeiten, wo die Entwicklung von Kühlräumen und Klimaanlagen noch nicht sehr weit fortgeschritten war, konnte diese Sorte Bier nur schwer hergestellt werden. Dafür ist sie aber länger haltbar, was auch für die ersten Bierbrauereien sicher eine gute Eigenschaft gewesen wäre. Damals wurde der Haltbarkeit durch Zuschüttung von anderen Stoffen erreicht, die dem Bier nicht unbedingt zuträglich waren. Dass heißt aber nicht, dass untergäriges Bier kaum hergestellt wurde. Im Winter fand man sehr gute Bedingungen vor bis zum Frühjahr.

 

Somit war untergäriges Bier jedoch sehr von der Jahreszeit abhängig. Durch die Abhängigkeit vom Klima wurde jedoch eine obergärige Technik entwickelt, die das Altbier entstehen ließ. Bis zur Erfindung der Kühltechnik jedenfalls, wurde hauptsächlich das obergärige Bier gebraut. Danach war, auch schon durch den Konsum bedingt, das untergärige Bier beliebter, weil es auch die gute Eigenschaft der langen Lagerung ermöglichte. Pils zum Beispiel ist ein leichtes untergäriges Vollbier. Es schmeckt süffig und verlangt von den Braumeistern sorgfältige Auswahl der Inhaltsstoffe. Sein Alkoholgehalt liegt im Schnitt bei rund vier Prozent.