Bier-Reinheitsgebot


 

Das auf den 23. April 1516 zurückgehende, von dem bayrischen Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt für alle bayrischen Brauer erlassene Bier-Reinheitsgebot ist die älteste noch gültige Lebensmittel rechtliche Vorschrift der Welt und wurde im Laufe der letzten Jahrhunderte nie abgeändert.

 

Im Mittelalter wurden dem Bier vielerorts die verschiedensten Inhaltsstoffe hinzugefügt um es länger haltbar zu machen und ihm einen besonders individuellen Geschmack zu verleihen. So sollte dann durch das Reinheitsgebot zum einen der Bierpreis geregelt werden, aber in erster Linie sollte die Qualität des Bieres, welches im Mittelalter ein Hauptnahrungsmittel darstellte und meist im Haus der ärmeren Bevölkerung selbst gebraut wurde, gesichert und gewisse Standards geschaffen werden.

 

Das Bier-Reinheitsgebot enthält Bestimmungen über den Preis des Bieres und besagt, dass lediglich Wasser, Hopfen, Getreide und Hefe Inhaltsstoffe des Biers sein dürfen. So wird eine chemische Zugabe verhindert und eine einheitliche Herstellung erreicht. Durch das strikte Einhalten der Brau-Verordnung wurde das bayrische Bier immer beliebter und galt als Inbegriff des guten Geschmacks.

 

Nach der Reichsgründung Deutschlands im Jahre 1871 wurde das Recht vereinheitlicht und nachdem einige Staaten wie Baden und Württemberg das Reinheitsgebot, da es sich in Bayern gut bewährte, von selbst übernahmen wurde es 1906 auch gegen den Willen der deutschen Brauwirtschaft für das gesamte Deutsche Reich verbindlich und im Biersteuergesetz niedergeschrieben.

 

 

Und noch heute ist das Reinheitsgebot in §9 des Deutschen Biersteuergesetzes (BierStG) verankert. Das Gesetzt aus dem Jahre 1923 enthält neben Bestimmungen zu den Inhaltsstoffen von Bier auch Aussagen über dessen Bezeichnung und die Regelung des Verkehrs.