Alkohol-Frei


Als alkoholfrei (auch analkoholisch) werden Getränke und Speisen bezeichnet, die keinen Alkohol enthalten, sowie Getränke, deren Alkoholgehalt als gering angesehen wird. Als alkoholfrei dürfen nach deutschem, österreichischem und Schweizer Lebensmittelrecht Getränke bezeichnet werden, die maximal 0,5 Volumen-Prozent Alkohol enthalten. Eine Kennzeichnung des Alkoholgehaltes ist nach der europäischen Lebensmittel-Informationsverordnung erst ab 1,2 % Vol. erforderlich.

 

In der Umgangssprache wird oftmals irrtümlich der Ausdruck antialkoholisch (bedeutet: gegen Alkohol) verwendet, der von dem Begriff Antialkoholiker abgeleitet wird.

 

Die Bezeichnung „ohne Alkohol“ darf ein Lebensmittel nur tragen, wenn der Alkoholgehalt 0,0 % beträgt, für Weine ist dies technologisch bedingt nie der Fall. Bei Produkten, die aus Früchten bestehen oder Früchte enthalten, ist dies allerdings fast nie der Fall. Fruchtsäfte können beispielsweise bis zu 1 % Vol. durch natürliche Gärung enthalten.

 

Geschichte

Bevor einige Brauereien sich bei der Herstellung eines alkoholfreien Bieres mit der Umkehrosmose beschäftigten, waren es einige Betriebe, die federführend in der Schweiz und auch in Deutschland alkoholfreies Bier durch einen Vergärungs-Stop herstellten. Etwa kurz vor Erreichung eines Alkoholgehaltes von 0,5 % Vol. wurde die Gärung unterbrochen.

 

Das hatte geschmackliche Nachteile des Bieres zur Folge, die z.B. durch natürliche Aromen aus thermisch aufbereiteter, also aus gekochter oder bis 80° Celsius erwärmter Hefe, etwas aufgebessert werden konnten; teilweise wurden auch in Alkohol gelöste Aromen verwendet.

 

In den Jahren 2006 und 2007 erschienen erste Biere mit 0,0 % Alkohol am Markt.

 

Risiken

Getränke mit minimalem Alkoholgehalt können eine Gefahr für die Gesundheit von trockenen, also abstinent lebenden Alkoholkranken darstellen. Diese sollten ebenfalls keine Getränke verzehren, die vom Geschmack her alkoholhaltigen Getränken ähnlich sind, wie zum Beispiel alkoholfreiem Wein oder alkoholfreiem Bier, da Geschmack und Restalkohol-Menge einen Rückfall herbeiführen können. Gerade Biere und Malz-Trunke  unterliegen laut einer Untersuchung verschiedener Lebensmittel aus dem Jahr 2007 besonders großen Schwankungen. In dieser Studie überschritten 14 von 70 getesteten Bieren und 3 von 21 getesteten Malzbieren die vorgeschriebene Marke von 0,5 % Vol. Der höchste gemessene Wert lag bei 4,94 % Vol. für Bier und 1,88 % Vol. für Malztrunke.

 

Alkoholfreie Getränke haben keine Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit. Nach einer Untersuchung aus dem Jahre 1983 müsste ein 75 kg schwerer Mann innerhalb einer Stunde zwölf Liter alkoholfreies Bier zu sich nehmen, um auf eine Blutalkoholkonzentration von 0,8 ‰ zu kommen, was praktisch unmöglich ist. In einer Versuchsreihe, die für diese Untersuchung durchgeführt wurde, betrug die Blutalkoholkonzentration aller Probanden nach der Aufnahme von 1,5 Litern alkoholfreien Bieres mit einem Alkoholgehalt von 0,44 Vol.-% innerhalb einer Stunde 0,0 ‰. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Alkoholabbau schneller geschieht als die Alkoholaufnahme. Die gleichzeitige Aufnahme von alkoholhaltigem und alkoholfreiem Bier zeigte eine leichte Abflachung der BAK-Kurve im Vergleich zu Personen, die nur alkoholhaltiges Bier getrunken hatte. Die minimal erhöhten BAK-Werte wurden aber als "forensisch ohne Auswirkung" eingeschätzt. Die Reaktionsfähigkeit der Probanden war durch das alkoholfreie Bier nicht beeinträchtigt.

 

Kritik an irreführender Bezeichnung

Die deutsche Verbraucherorganisation „Foodwatch“ und der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) kritisieren die Regelung, dass Getränke mit maximal 0,5 % Vol. Alkohol als alkoholfrei gelten dürfen und der im Getränk enthaltene Alkoholgehalt erst ab einem Alkoholanteil von 1,2 % Vol. ausgewiesen werden muss.

Sie fordern, dass Getränke bis 0,5 % Vol. Alkohol stattdessen als alkoholarm bezeichnet werden sollen.